Die Frau hinter dem Druck
Eine Geschichte über die Frau, die nie leben durfte - Eine Fallanalyse aus meiner Beratungsarbeit
Es gibt Frauen, die jahrelang unter enormem Druck leben, und irgendwann ist dieser Druck so normal geworden, dass man aufgehört hat, ihn überhaupt noch zu hinterfragen.
Gabriele steht um 6:47 Uhr auf.
Noch bevor ihre Füße den Boden berühren, ist der erste Gedanke schon da: Ich bin zu spät. Nicht zu spät für etwas Konkretes, nur zu spät.
In der Beratung erzählte sie mir nicht von Erschöpfung und nicht von der Arbeit oder von der Familie. Sie erzählte mir von einem Heft und von einer Frage, die seit Monaten darin steht. Und von den leeren Zeilen darunter.
Was ich in dieser Sitzung wirklich verstanden habe: Der Druck im Leben von Gabriele ist nicht das Problem. Er ist die Lösung für etwas, das gefährlicher ist …
Ich arbeite seit vielen Jahren mit Frauen in Beratungssitzungen. Und manchmal gibt es Gespräche, die etwas sichtbar machen, das weit über eine einzelne Geschichte hinausgeht.
Im heutigen Video erzähle ich die Geschichte von Gabriele. Und von der Frau, die unter all dem Druck nie wirklich leben durfte.
Alles Liebe, Anne




Reduzierung einer Person auf eine Funktion und folglich die Entmenschlichung - ziemlich normale, allgegenwärtige Praxis in der Konsumgesellschaft. Teenager auf US-Elite-Schulen nehmen sich reihenweise das Leben, weil sie als Personen nie gelebt haben.